Schreiben ist Silber, Tanzen ist Gold
Über die Leidenschaft meines Lebens
Hallo ihr,
seit mehr als eineinhalb Jahren hat das Schreiben und alles rund um die Regenbogenmädchen einen wahnsinnig großen Raum in meinem Leben eingenommen. Ich denke in Farben, ich träume von einer bunten Zukunft, ich schreibe, wann immer es mir möglich ist, ich erfinde neue Geschichten, Tag und Nacht, und mein Herz schlägt wie verrückt, wenn ich an all die Stunden denke, die ich mit meinem Manuskript verbracht habe. Über Nacht hat eine ungeahnte Leidenschaft Einzug gehalten. Denn obgleich ich beruflich in den vergangenen Jahren viel mit Texten gearbeitet habe, als Kind oder Jugendliche bereits gerne geschrieben habe (steht sogar in meinem Abi-Buch aus dem Jahr 2005) und ich immer schon viel gelesen oder eben jetzt meinen Kindern vorgelesen habe: Niemals hätte ich gedacht, dass so etwas in mir steckt. Dass dort Ideen in mir schlummern, die herauswollen. In Form von schwarzen Buchstaben auf weißem Papier. Dass diese Prozesse, die ich in den letzten Monaten durchlaufen habe, derart mein Herz berühren. Dass ich an Grenzen gerate und darüber hinaus gehe. Dass ich Zweifel spüre, die beinahe so groß sind, dass sie mich erdrücken. Dass es so wahnsinnig viel Spaß macht, zu schreiben. Dass tausende Schmetterlinge in meinem Bauch herumfliegen, wenn ich euch davon erzähle. Dass es mich manchmal in den Fingern juckt und ich das Bedürfnis habe, alles stehen und liegen zu lassen, um mich an mein Manuskript zu setzen. Dass diese kreative Arbeit mich so fesselt.
Diese Leidenschaft ist für mich wie ein kleines Pflänzchen, das in mir wächst und immer stärker wird. Auch wenn der Erfolg aktuell ausbleibt. Die Zukunft nicht sichtbar ist. Ich nicht weiß, wofür ich das alles überhaupt mache. Ist das nicht verrückt?
Und dann frage ich mich häufig: Ist das eine Phase? Hört das irgendwann auf? Oder habe ich tatsächlich mitten in meinem Leben etwas entdeckt, was für immer bleibt?
Mit solch einer Leidenschaft kenne ich mich nämlich eigentlich sehr gut aus. Ich weiß, wie es ist, wenn man das Gefühl hat, ohne diese nicht leben zu können. Nicht atmen zu können. Von klein auf bis heute bin ich vor allem anderen nur eines: Tänzerin.
Mein ganzes Herz steckt darin.
Mein ganzes Leben lang bis heute stand ich auf der Bühne oder auf dem Tanzparkett. Vom Ballett über Gardetanz über Lateinamerikanische Formation bis zum Showtanz – es gibt nichts, was mich so sehr geprägt hat, wie dieser Sport. Und niemals als Einzelkämpferin. Sondern immer in einer Gruppe oder einem Team.
Tanzen ist alles für mich. Nur dann spüre ich mich wirklich ganz. Es ist Bewegung, Gefühl, Fokus, Musik. Ich tanze weich und stark, schnell und sanft. Mein Herz schlägt den Rhythmus, meine Atmung spannt meinen Körper, meine Muskeln tragen mich und meine Füße finden den Takt. Vom kleinen Zeh bis zum Kopf fühle ich es.
Ich bin unendlich dankbar, dass ich seit fast vierzig Jahren genau das machen kann, was mich am allerglücklichsten macht. Und ich bete dafür, dass ich das noch viele weitere Jahre machen darf. Mein Platz ist auf der Bühne, gemeinsam mit den kleinen und großen Menschen, die diese Leidenschaft teilen. Die jede Woche mit mir in der Trainingshalle stehen und jedes Jahr ihr Herz auf der Bühne lassen. Ich sammle diese Momente. Nicht weil ich damit erfolgreich bin oder berühmt, geschweige denn jemals Geld damit verdient hätte. Sondern weil diese Zeit zur wertvollsten meines Lebens gehört.
Und damit stelle ich mir noch einmal die Frage: Bleibt das Schreiben, unabhängig von Erfolg?
Die Antwort darauf kann ich euch sicher irgendwann geben.
Fest steht: Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zwei Leidenschaften, die nebeneinander existieren. Die eine nimmt der anderen nichts weg.
Ich bin Tänzerin.
Ich bin Autorin.
Aus Leidenschaft.
Ich freue mich, wenn ihr den Beitrag bis hierhin gelesen habt und mir ein Herzchen dalasst.
Liebste Grüße
eure Kristina