Fantasy oder Fantasie? Das ist hier die Frage.
Warum mein Roman alltagsnah ist und keine Zauberei!
Liebe Leser:innen!
Es gibt eine Sache, die mich nicht so ganz loslässt. Nach der Absage zu meinem Projekt habe ich mutig noch einmal nachgefragt, woran es gelegen hat und ich habe eine wirklich wertvolle Rückmeldung bekommen. Neben der Tatsache, dass der Verlag aktuell nicht auf der Suche nach Kinderromanen ist und man das für sich dann auch einfach akzeptieren muss, war ein zweiter Punkt, dass mein Projekt als „Fantasyroman“ eingestuft wurde und für einen Verlag, der Alltagsthemen im Programm hat, nicht interessant ist – verständlicherweise.
Nun ist es aber so, dass ich selbst meinen Roman nicht diesem Genre zuordne. Ich finde sogar, dass die Geschichte rund um die Regenbogenmädchen weit entfernt von dem ist, was ich unter „Fantasy“ verstehe. Dazu also die Fragen: Habe ich es schlecht verkauft? Habe ich womöglich einen Fantasyroman geschrieben, ohne es zu merken? Wie kommt man darauf?
Ist also mein Manuskript ein „Fantasyroman“ oder nur ein „Roman mit viel Fantasie?“
Und spielt das am Ende überhaupt eine Rolle?
Der Grund für dieses kleine Missverständnis ist wohl die „Superkraft“, die jedes Mädchen von mir erhalten hat. Der Clou daran ist aber, dass diese Fähigkeiten alle eine überspitzte Darstellung von durchaus realen Talenten sind. Mir war es wichtig, dass viele Kinder sich in den Gaben der Regenbogenmädchen spiegeln können, ohne dass diese unerreichbar scheinen.
So kann Blu unendlich lange die Luft unter Wasser anhalten und ist außerdem eine außergewöhnlich gute Schwimmerin - eine Fähigkeit, die trotz des kleinen Hauchs an Magie übertragbar ist auf so viele talentierte Wasserratten und ehrgeizige Wettkampfsportler.
Oder Jella, die die Gefühle anderer auf magische Weise positiv beeinflussen kann. Auch diese Gabe ist auf eine Vielzahl wahnsinnig emphatischer Kinder übertragbar. Kinder, die anderen Mut machen und Gefühle eindeutig identifizieren können. Und das ganz ohne Magie.
Ebenso Midori mit ihrem unvergleichlichen Zahlenverständnis, Violetta mit dem Gespür für Kunst und dem Zeichentalent, Rubina mit ihrer Treffsicherheit und Argumentationsstärke oder Clementine mit den vielen Ideen und dem kreativen Chaos in ihrem Kopf.
Meine Geschichten sind durchaus alltagsnah. Meine Themen sind Freundschaft, Familie, Schule, Zusammenhalt, Verbundenheit, Akzeptanz und Toleranz.
Jedes der Regenbogenmädchen steht morgens auf, frühstückt und geht zur Schule. Muss Hausaufgaben machen, zum Zahnarzt oder feiert Geburtstag. Hat Geschwister, eine Oma oder eben eine Vogelspinne als Haustier. Fährt in den Urlaub, hat auch mal Langeweile, muss lernen oder hat ein Hobby.
Jedes der Mädchen könnte meine Tochter sein. Oder deine.
Eine Freundin fragte mich letzte Woche, ob ich ihre Tochter als Vorbild für mein aktuelles Regenbogenmädchen Violetta vor Augen habe, aufgrund meiner knappen Beschreibung in einem der letzten Blogbeiträge.
Darüber habe ich nachgedacht und ich fand es total spannend. Aber nein, ich habe weder meine eigene Tochter noch Freundinnen oder Bekannte im Kopf, wenn ich die Charaktere der Mädchen beschreibe und forme.
Allerdings ist meine Hoffnung, dass jede Leserin sich in den Mädchen und ihren Eigenschaften erkennt. In den Stärken sowie in den Schwächen. Und dass es eben für die Kinder die Bestätigung ist, dass es okay ist so zu sein. Meine Regenbogenmädchen bieten eine Vielzahl von Optionen, sich zu identifizieren. Ein Vorbild zu sein oder eine gute Freundin, zu inspirieren und zu motivieren. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.
Und wenn schon Mütter (und auch Väter) ihre Töchter darin wiedererkennen, werden es die Mädchen selbst auch. Davon bin ich überzeugt.
Ich erlebe jeden Tag selbst diese Alltagsmagie mit meinen beiden wundervollen, starken, mutigen, freundlichen und schlauen Töchtern. Sie zeigen mir den Zauber ihrer Kindheit in jeder Sekunde. Die Macht von Liebe, Fantasie und das Gefühl von Glück, was man so oft als Erwachsener vergisst. Meine Töchter sind beide Regenbogenmädchen, auf ihre ganz eigene Art und Weise.
Ist also das Leben selbst nicht manchmal ein bisschen „Fantasy“? Oder auf jeden Fall fantastisch! Was meint ihr?
Eure Kristina