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Buchstabensuppe

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Buchstabensuppe

Warum eine Tütensuppe meine Emotionen sprengt.

Hallo zusammen,

schon lang diese Sommerferien, oder? Puh, bin nur ich so langsam wieder bereit für Routine, Struktur und Termine?
Ich weiß, ich weiß: In spätestens zwei Wochen jammere ich wieder, wie viel zu viel alles ist. Aber gerade ist der Spannungsverlust der freien Zeit kaum noch zu ertragen. Man lebt sich so durch den Tag. Jetzt kommt auch noch der langersehnte Regen hinzu und schon ist man irgendwie in so einem kleinen Herbstblues.
Geht’s euch auch so?

Ich habe das Gefühl, ich habe viel zu viel Zeit und komme doch zu nichts. Mein Kopf ist leer und gleichzeitig völlig überfragt. Eine bunt gemischte Tüte aus gerissenen Geduldsfäden, unbeantworteten Warteschlangen, tückischen Motivationslöchern, nie endender Ratlosigkeit und einem schlechten Gewissen meinen Buchheldinnen gegenüber. Vorwurfsvoll klopfen sie hin und wieder an mein Unterbewusstsein und fragen zurecht danach, ob ich sie vielleicht vergessen habe. Ein leichtes Gefühl von Skepsis macht sich breit. Und Scham. Es ist unangenehm, nichts erzählen zu können, wenn jemand fragt. Und dann noch, abhängig von der Art und Weise, wie ich gefragt werde, fühle ich mich belächelt. Gescheitert.
Das erste Jahr war so viel leichter. Ich war beflügelt von meinen Ideen und der Umsetzung. Auch da gab es sicher Höhen und Tiefen, auch da war ich kurz davor, alles hinzuwerfen und den Traum einfach ruhen zu lassen. Aber da habe ich es besser verpacken können. Vielleicht, weil es zu dem Zeitpunkt noch nicht so weh tat, wie jetzt.

Ja, es tut weh. Der Gedanke, versagt zu haben zum einen und das Bewusstsein, dass es nicht weiter gehen könnte für mich und meine Figuren. Kein Buch im Kinderzimmer meiner Töchter, keine Fortsetzung der Regenbogenabenteuer, keine Bühne für Violetta, Jella und all die anderen Mädchen die in meinem Kopf schon längst eine eigene Geschichte haben.
Autsch. Es so zu formulieren tut ja noch mehr weh.
Aber ich fange an, mich mit diesem Gedanken auseinander zu setzen und bin beinahe geneigt, mich bei euch zu entschuldigen. Viel Lärm um nichts, fürchte ich. Fehlalarm.

In der ganzen Zeit, in der ich diesen Blog führe oder auf Social Media versuche, euch mit auf meine Reise zu nehmen, habe ich mir vorgenommen, immer positiv zu bleiben. Mich im schlimmsten Fall auf all die Glücksbringer zu berufen, die mir in den letzten Monaten begegnet sind: Marienkäfer, vierblättrige Kleeblätter, Regenbögen, Sternschnuppen und ausgepustete Geburtstagskerzen - 40 Stück dieses Jahr an der Zahl. Aber ja, nun muss ich feststellen, dass es nicht reicht. Meine Leistung, meine Bemühungen, meine Arbeit gepaart mit einem Fünkchen Glück, den es gebraucht hätte. Es reicht nicht. Ich habe es unterschätzt. Oder mich überschätzt. Wie auch immer.

Entschuldigt bitte den kleinen emotionalen Ausbruch. Eigentlich wollte ich was Witziges von Buchstabensuppe als mein „buchstäblich literarisches Highlight der Woche“ schreiben und euch kurz updaten. Nun, es gibt kein Update. Gott sei Dank aber auch keine Tütensuppe.

Danke fürs Mitlesen ihr Lieben. Jedem einzelnen für jedes gelesene Wort.

Eure Kristina

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